Amnesty International: Offenbar Kinderarbeit für Samsung, Sony, Microsoft und Apple

Kobalt ist ein unverzichtbarer Rohstoff für die Herstellung moderner Lithium-Ionen-Akkus, die in Smartphones zum Einsatz kommen. Dieser wird vorwiegend in Regionen abgebaut, in denen Kinderarbeit ein Problem ist.

Offiziell fahren diesbezüglich alle Hersteller von Smartphones eine Null- Toleranz- Politik. Die Menschenrechtler von Amnesty International widerlegten diese allerdings in einer eigenen Untersuchung und kritisierten die großen Hersteller schwer.

Die Untersuchung

Amnesty Internationalverfolgte im Zuge der Untersuchung die Handelswege von Kobalt. Dieses wurde demnach in einigen Minen unter gesundheitsgefährdenden Bedingungen abgebaut. An Gewinnung und Transport waren auch Kinder beteiligt.

Amnesty InternationalHändler kauften das Kobalt scheinbar direkt nach der Förderung ein und verkauften es aufbereitet weiter, an drei große chinesische Hersteller für Akkus. Diese fungieren unter anderem als Zulieferer für Apple, Sony, Microsoft und Samsung. Auch Autohersteller wie Volkswagen oder Daimler werden beliefert.

Gefährlicher Abbau

Der Abbau von Kobalt soll allein im Kongo, einem Hauptabbaugebiet, im dritten Quartal 2015 über 40 Arbeiter das Leben gekostet haben. Gerade der Kongo ist, nach Angaben der Kinderschutzorganisation UNICEF, aber dafür bekannt Kinder im Tagebau einzusetzen.

Insgesamt, also nicht nur für den Abbau von Kobalt, sollen alleine im Jahr 2014 etwa 40.000 Kinder eingesetzt worden sein. Und diese Kinder arbeiten bis zu 12 Stunden am Tag, was auch für Erwachsene Bergarbeiter eine Überschreitung der Arbeitszeit wäre.

Hersteller äußern sich – Einer ist eine echte Alternative

Die großen Hersteller Apple, Samsung und Sony äußerten sich nach Erscheinen des Berichts allesamt ähnlich. Jeder der drei Hersteller betonte nochmals: Es gäbe strenge Prüfungen und keine Toleranz.

Anzeichen auf Kinderarbeit haben entweder schwere Strafen oder Vertragsauflösung zur Folge. Durchgesetzt wird dies aber offenbar nicht. Ob die Hersteller nicht sehen wollen oder tatsächlich nicht können ist hierbei nicht ganz klar.

Verbraucher, die gerne ihrerseits Verantwortung übernehmen, können mit einem Smartphone von Fairphone reagieren. Die Geräte laufen mit Android und der Hersteller legt seine komplette Kette von Zulieferern offen. Erst vor kurzer Zeit ist das zweite Modell erschienen.

Zwar sind Fehler auch bei Fairphone nicht ausgeschlossen, wenn einer der Zulieferer gegen die Regeln spielen sollte, aber man darf davon ausgehen, dass dieser Hersteller es mit Sicherheit ernst meint, wenn von einer Null Toleranz Politik die Rede ist.

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