Deutschland hinkt bei den Inklusiv-Volumina hinterher

Viele ahnten es schon lange: In Deutschland steht man im internationalen Vergleich sehr schlecht da, wenn es um Datentarife für Smartphones geht.

Im Mai wurden, vom finnischen Berater der Telekommunikationsbranche Rewheel einige Daten hierzu erhoben und der Vergleich wird noch plastischer. Dabei mag es manchen Poweruser schockieren, wie viel mehr mobiles Internet er für sein Geld in anderen Ländern bekommen könnte.

Der Durchschnittsvertrag für 35 Euro

Als Vergleichswert wurde ein Vertrag für monatlich 35 Euro hergenommen, der nah am Durchschnitt dessen liegen dürfte, was heute für Mobilfunk bezahlt wird. So bekam für dieses Geld im Mai jeder deutsche Kunde im Durchschnitt ein Highspeed Volumen von gerade einmal 1,5 GB inklusive geliefert.

Vergleicht man diesen Wert mit dem Ausland, dann kann man als deutscher nur vor Neid erblassen. Frankreich, Dänemark und Großbritannien bieten für dieselben Kosten schon 20 GB Inklusiv Volumen. Ein Finne kann sich über satte 50 GB Highspeed Internet freuen, wenn er denselben Betrag bezahlt.

Kurz nachgerechnet

Deutschland Inklusiv-VoluminaWer einen Vertrag hat, der tatsächlich nur diese 1,5 GB Datenvolumen bietet, der kann bei einer LTE Geschwindigkeit von 250 Mbit/s, wie beispielsweise Vodafone seit der Änderung der Red Tarife sie bietet, sein Volumen theoretisch in etwas über einer Minute verbrauchen.

Danach geht nicht mehr viel, wie vor allem Nutzer des iPhones aus leidlicher Erfahrung wissen werden. Die gedrosselten Verbindungen sind dermaßen langsam, dass es regelmäßig zum Server-Timeout kommt. Dabei wächst der Datenhunger der Geräte selbst immer weiter.

Lediglich kleine Verbesserungen in Sicht

Zwar ist seit der Studie ein gutes halbes Jahr vergangen, in welchem einige der Provider die Volumina meist um ein Drittel angehoben haben, doch besser ist die Gesamtsituation hierdurch nicht geworden.

Daran, dass in Deutschland sogar den engsten Nachbarn Schweiz und Österreich hinterher gehinkt wird, können auch die neuen Tarifmodelle für Familien, welche Telefónica O2 und Vodafone bekanntgaben wenig ändern. Zu groß ist derzeit noch die Altlast eines anfangs schlecht ausgebauten Netzes, welches die Drosselung zu Beginn der UMTS-Zeit sinnvoll machte. Die von damals gewohnten Begrenzungen, als zusätzliche Einnahmequelle für Zusatzvolumen, werden die Provider vielleicht erst in einigen Jahren aufgeben.

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