Digitalisierung in der Schule: Tim Höttges fordert Programmieren als Pflichtfach

Die Gesellschaft wird immer vernetzter und auch die Industrie sowie andere Wirtschaftszweige fußen zunehmend auf einer kompletten Digitalisierung. In Zukunft werden also auch mehr und mehr Menschen mit umfassenden Computer-, Technologie- und im Grunde auch Programmierkenntnissen auf dem Arbeitsmarkt benötigt. Tim Höttges, der Chef der Telekom, fordert daher ein entsprechendes Pflichtfach an deutschen Schulen.

Tim Höttges im Gespräch mit der FAZ

Wir sind in einer Phase angekommen, in der Software Denkarbeit ersetzt. Nachdem erst Blaumänner betroffen waren, geht es jetzt den Anzugträgern an den Kragen.“, sagte der Chef der Telekom in einem exklusiven Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Damit weist er darauf hin, dass die Digitalisierung nun in alle Bereiche des Arbeitsmarktes, auch in die höheren Etagen, eingreift.

Zudem betont Höttges, dass die Notwendigkeit eines umfangreichen technischen Wissens keine Aufgabe für die Zukunft ist. Vielmehr sind wir gerade in einer Phase, in der die vorhandenen Werkzeuge genutzt werden, um eine neue Wirtschaft aufzubauen: „Die großen technologischen Schritte sind getan. Jetzt werden daraus die Produkte gefeilt.

Reform des Schulsystems ist laut Höttges nötig

Programmieren als Pflichtfach in der SchuleDass die Grundlagen für die Arbeitswelt nicht erst während der Ausbildung bzw. des Studiums im Jugendalter geschaffen werden, ist klar. Bereits in der Schule werden die nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt. Daher meint Tim Höttges auch: „Programmiersprachen gehören in die Lehrpläne. Sie sind mindestens genauso wichtig wie Multiplizieren, Lesen und Fremdsprachen.

Auch sei das stumpfe Auswendiglernen nicht mehr zeitgemäß, da in Zukunft Maschinen die grundlegenden und routinierten Aufgaben der Arbeitswelt erfüllen werden. Die Aufgabe der neuen Generation liege daher im Erschaffen von Innovationen: „Weil Maschinen die Routinen erledigen werden, müssen Schüler lernen, Neues zu schaffen. Einfallsreichtum statt Auswendiglernen ist gefragt.

Aussagen zu Big Data und der entsprechenden Nutzung

Auch Big Data ist ein Thema, das aktuell sowie noch mehr in der Zukunft an Wichtigkeit gewinnt. Bei der Erhebung, Auswertung und Nutzung von Massendaten soll es „mehr Freiräume und Mut“ geben, damit die Nutzung von vorhandenen Daten, die Höttges „fahrlässig“ nennt, durch eine Auswertung von Daten in Echtzeit ersetzt werden kann.

Für den Telekom- Chef sei laut FAZ Big Data „das Ende der Theorie. Wir können die Welt in Echtzeit vermessen und auswerten.“ Gerade im medizinischen Bereich kann dies wertvoll sein, wie die Telekom Healthcare Solutions derzeit schon durch mehrere Projekte zeigt. Unter anderem werden durch das Spiel Sea Hero Quest Daten für die Demenzforschung gesammelt. Wir berichteten hier darüber.

Für die digitale Souveränität und damit auch für einen erfolgreichen Datenschutz wird von Höttges überdies eine „Art Digital-Ethikkommission“ vorgeschlagen. Diese soll darüber tagen und beschließen, „ob und wie anonymisierte Patientendaten analysiert werden dürfen, um daraus neue medizinische Erkenntnisse zu gewinnen.

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