Welche Mobilfunkbetreiber bieten Festnetznummern fürs Handy an?

Vor einigen Jahren war sie noch um einiges beliebter und stärker beworben, doch auch heute gibt es sie noch – die Möglichkeit, eine echte Festnetznummer zu seinem Handyvertrag hinzuzufügen. Gründe dafür, eben das tun zu wollen, gibt es viele. Einer könnte sein, dass man einen DSL-Anschluss ohne Festnetzanschluss gebucht hat. Grundsätzlich reicht einem das Handy auch vollkommen aus, doch gerade für Freunde und Familie ist es eher ungünstig, dass diese um einen zu erreichen, immer eine teure Mobilfunknummer anrufen müssen. Wenn auch Sie eine derartige Option für Ihr Handy brauchen, egal ob aus dem genannten Grund oder einem anderen, sieht es gut für Sie aus, denn noch immer bieten alle vier großen Mobilfunkbetreiber eine entsprechende Option an und auch einen Newcomer gibt es.
Handy mit Festenetznummer
Wie so häufig im Bereich der mobilen Telefonie muss man zwischen Prepaidtarifen und Verträgen unterscheiden. Bei den gängigen Anbietern gibt es die Festnetznummer nur als zusätzlich buchbare Option zum laufenden Tarif. Während Vodafone und die Telekom hier auf das »Homezone«-Prinzip setzen, gibt es diese Möglichkeit bei E-Plus und o2 nicht mehr. Das Prinzip hinter der Homezone ist recht einfach. Man gibt beim Anbieter eine Adresse als Zuhause an, hierbei muss es sich allerdings nicht unbedingt um den tatsächlichen Wohnsitz handeln, sondern es kann auch beispielsweise der eigene Arbeitsplatz oder auch jede andere Adresse angegeben werden. Um diese Adresse gibt es einen bestimmten Radius – meistens zwischen einem halben und zwei Kilometern. Innerhalb dieses Bereiches gelten bestimmte Bedingungen, so sind zum Beispiel Telefonate ins Festnetz billiger oder man kann mit eben seiner Festnetznummer auf dem Handy erreicht werden.

Bei o2 und E-Plus hingegen wird die Festnetznummer hingegen einfach zu der vorhandenen Mobilnummer »aufgeschaltet«.

Vodafone: ZuhauseOption und ZuhauseFlat

Bei Vodafone gibt es grundsätzlich die ZuhauseOption, um eine Festnetznummer mit Ihrem Mobilfunkvertrag nutzen zu können. Diese kostet monatlich 5 Euro und es fallen keine Einrichtungsgebühren an. Bei der ZuhauseOption handelt es sich um eine »echte« Homezone, sie reicht zwei Kilometer um Ihren Wohnort. Innerhalb dieses Bereiches kosten Festnetzgespräche nun nur noch vier Cent pro Minute. Die Kosten für Gespräche ins Mobilfunknetz sowie für Gespräche außerhalb der Homezone richten sich weiterhin nach Ihrem bisherigen Vertrag.

Zusätzlich dazu können Sie bei Vodafone auch die ZuhauseFlat buchen. Diese kosten 15 Euro im Monat und bietet innerhalb Ihrer Homezone kostenlose Gespräche ins Fest- und Mobilfunknetz.

Telekom: T-Mobile@home Single

Auch Telekom-Kunden können eine Homezone-Option zu ihrem Vertrag hinzufügen. Hier heißt sie »T-Mobile@home Single«. Die Konditionen der Telekom sind denen von Vodafone nahezu identisch. Bei der monatlichen Grundgebühr sparen Sie wenige Cent – sie beträgt 4,95 Euro. Auch hier fällt keine Einrichtungsgebühr an. Auch die sonstigen Daten sind gleich. Der Radius um die angegebene Adresse darf auch bei der Telekom bis zu zwei Kilometer betragen. Allerdings dürfen Sie eben diese Adresse theoretisch einmal am Tag ändern, diese Änderung kostet Sie 7,50 Euro. Innerhalb der Homezone kosten Gespräche ins Festnetz wie bei Vodafone 4 Cent in der Minute, der Rest hängt von Ihrem Tarif ab.

E-Plus

E-Plus (und somit auch BASE, Al Yildiz…) geht hier einen anderen Weg. Es gibt keine Homezone. Stattdessen lässt sich eine Festnetznummer zum vorhandenen Tarif hinzubuchen. Diese hat jedoch keine Auswirkungen auf die Gesprächskosten. Der Preis für diese Extranummer hängt von Ihrem bisherigen Vertrag ab. Ist eine Festnetz Flatrate bereits enthalten oder haben Sie diese gebucht, so ist die Festnetznummer vollkommen kostenfrei. Ist dem allerdings nicht so, fallen auch hier Kosten in Höhe von 5 Euro im Monat an.

Sonstige Kosten wie beispielsweise der Preis für einen Anruf ins Festnetz hängen weiterhin von dem Vertrag ab.

o2

Die Bedingungen für eine Festnetznummer bei o2 ähneln denen bei E-Plus. Auch hier gibt es keine gesonderte Homezone. Die zusätzliche Nummer erhalten Sie als Kunde des o2 o-Postpaidtarifs, wie bei allen anderen Vertragsanbietern, für 5 Euro im Monat. Gespräche ins Mobil- oder Festnetz kosten hier entsprechend des o2 o-Vertrags 15 Cent die Minute.

Etwas kurios ist die Tatsache, dass o2 »testweise« den Tarif o2 Blue Allnet für knapp 30 Euro im Monat anbietet – allerdings nur an ausgewählte Kunden. Auch dieser enthält eine Festnetznummer. Jedoch betont o2 ausdrücklich, dass dieser Tarif nur im äußersten Notfall angeboten werden sollte und nicht beworben wird.

sipgate: simquadrat

Einen völlig anderen Weg geht der auf SIP-Telefonie spezialisierte Anbieter sipgate. Dieser bietet einen Prepaidtarif an, mit dem man in ganz Deutschland zu Festnetzpreisen erreichbar sein soll. Enthalten ist dafür eine Festnetznummer. Diese wird dem Angerufenen als Absendernummer angezeigt. Für den Monatspreis von knapp 15 Euro erhält man neben der Festnetzrufnummer auch eine Flatrate fürs mobile Surfen bis zu 1 GB Datenvolumen. Anrufe ins Fest- und Mobilfunknetz kosten 9 Cent in der Minute. Dafür bindet man sich an keinen Vertrag.

Als weiteres besonderes Feature wird das so genannte »Smart Routing« angeboten. Damit lassen sich Anrufe je nach Tageszeit auf bestimmte Rufnummern leiten.

Fazit

Insgesamt bietet sich Ihnen als Kunden also zunächst einmal die Auswahl, ob Sie lieber einen Vertrag oder einen Prepaidtarif mit Festnetznummer fürs Handy wählen. Vertragskunden können bei Ihrem bisherigen Anbieter bleiben und einfach die Zusatzoption buchen, diese ist bei allen Anbietern ähnlich. Wer lieber Prepaidkunde sein will, sollte sich simquadrat einmal näher anschauen. Hier wird ein durchaus interessanter Tarif angeboten.

3 Kommentare

  1. PeterE 10. Juni 2015 Antworten

    Ich nutze Simquadrat jetzt seit einigen Monaten.
    Hier handelt es sich um des E-Plus-Netz. Die Netzabdeckung ist sehr schwach und beim Telefonieren ist sehr häufig eine schlechte und fast immer eine verzögerte Sprachübertragung vorhanden.
    Was mir in den letzten Tagen auffiel, dass Wetterbedingungen extremen Einfluss auf die Sprachqualität haben. Bei Nebel und Regen fällt die Leistung ab auf -98 dB, bei trockenem Wetter liegt sie bei -70 dB.
    Die umfangreichen Funktion sind sehr gut, doch wenn das Telefonieren nicht klappt, nützt das alles nichts.
    Hier besteht noch viel Nachholbedarf.

  2. Carsten Pascal 20. Juni 2015 Antworten

    sipgate simquadrat habe ich zum Start im März 2013 genutzt und bis heute sind die Verbindungen so was von unmöglich, dass man kaum damit telefonieren kann. Nun verlangt sipgate simquadrat für Neukunden noch 4,95 im Monat für die Prepaid Karte, die sich aber wirklich nicht lohnen. Man telefoniert zwar über das e-plus Netz, aber die Gespräche werden von sipgate simquadrat billig über andere Anbieter geleitet. Das ist keine 4,95 im Monat wert, nicht mal die Gesprächsminute von 9 cent. Da war damals meine Verbindungen über das C-Netz 1000x besser. Sogar die Gespräche bei anderen Anbietern wie, Simyo, Blau, etc, sind von der Qualität besser, wie bei jedem anderen Netzbetreiber auch. Egal wo man ist, man kann mit einem Handy z.b. Simyo oder Blau und einem anderen Handy mit
    simquadrat mal gleichzeitig testen, die Verbindung über simquadrat ist immer schlechter, oder bricht ab, was man heutzutage nicht mehr gewohnt ist.

  3. Gabriel 6. Dezember 2015 Antworten

    Bin simquadrat Kunde der ersten Stundend nach wie vor begeistert von deren Netz.
    Glasklare Sprachqualität .
    Verbindungsabbrüche habe ich bei allen Netzbetreibern , wenn auch an unterschiedlichen Plätzen.
    Simquadrat ist preislich etwas höher wie so manch anderer Provider angesiedelt, aber die europaweit erreichbare Festnetznummer macht dies wieder wett.
    Datenvolumen ist mittlerweile bis 10GB buchbar.
    Bin sehr zufrieden.

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