Phonest: Die unbequeme Wahrheit über die Smartphoneherstellung als Kampagne

Phonest – das sollte den Angaben von Designer Jonathan Schöps nach ein neues Smartphone werden, dessen Rohstoffgewinnung, Produktion und vielleicht auch Gehäuse transparent sein sollten. Dazu gab Schöps in letzter Zeit mehrere Interviews und Pressemitteilungen heraus.

Die Auflösung: Phonest ist kein Smartphone

Gestern Abend dann gab es die Auflösung zum kleinen, aber doch gut inszenierten Hype. Auf der Webseite phonest.net gibt es kein neues Smartphone und auch keine Infos zu einem Start-Up namens „Phonest“. Stattdessen wird die Sklaverei bei der Herstellung von Konsumgütern angeprangert. Diese ist nicht nur bei Smartphones und anderer Elektronik Gang und Gäbe.

Neben Problemen werden auch Lösungen aufgezeigt

Die Lösungen sind im Grunde nicht schwer: beim Einkaufen soll man auf faire Produkte achten oder einfach mal gar nichts kaufen. Zudem gibt es die Möglichkeit, viele Produkte gebraucht und nicht neu zu erwerben. Außerdem sollen die Konsumenten sich des Marktes bewusster werden und aktiver nachfragen, woher die Produkte stammen und wie sie produziert werden.

Als dritten von fünf Lösungspunkten werden unter anderem in dem oben gezeigten Video Petitionen genannt. Es gibt zahlreiche Aktionen gegen unmenschliche Arbeitsbedingungen in der Welt und für mehr Gesetze bzw. Regularien was die Gewinnung und Verarbeitung von Rohstoffen angeht. Nummer vier sind Spenden für entsprechende Aktionen und Nummer fünf die Weitergabe der Informationen.

Phonest als rücksichtslos transparentes Smartphone

PhonestAuf der Webseite phonest.net werden für das Phantasie-Smartphone einzelne Schritte der Rohstoffgewinnung und Herstellung benannt. Im Hinblick auf die Rohstoffe Tantal bzw. Coltan heißt es unter anderem: „12h-Schichten untertage und die Kontrolle durch Milizen gewährleisten dir das optimale Preis-Leistungs Verhältnis.

Im Hinblick auf das angeblich verwendete Gold steht geschrieben: „Egal ob Sudan, Burkina Faso oder Peru: Kinder- und Zwangsarbeiter gewinnen mithilfe von Quecksilber das Gold aus dem Gestein.“ – Und zur Montage wird dann noch angemerkt: „Unser Smartphone wird in China produziert. Praktischerweise sind ein Teil der Arbeitskräfte angehende Akademiker. Sie dürfen hier ihr Zwangspraktikum ableisten, auch wenn ihr Studiengang nichts mit Elektronik zu tun hat. Wer sich weigert, bekommt keinen Studienabschluss.

Auf der Seite von Phonest werden auch tatsächlich erhältliche Produkte mit fairen Ansätzen benannt.

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