Rückgaberecht für Apps im Gespräch

So seltsam es sich auch in vieler Menschen Ohren anhören mag, die Ministerien der Länder haben tatsächlich über ein Rückgaberecht von Apps beratschlagt. Während die meisten Menschen sich bei 1 €-Produkten nichtmals die Mühe machen, ins Geschäft zurückzukehren, wird auf Länder- und Bundesebene über diese Möglichkeit beratschlagt.

Rückgaberecht soll Verbraucherschutz stärken

Die Verbraucherschutzministerkonferenz hat eine Arbeitsgruppe eingerichtet, um über das Thema zu beratschlagen.

(c) Google

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Bisher gibt es bei den beiden Hauptanbietern, dem App Store und Google Play Store, schon ein gewisses Rückgaberecht und eine Geldzurückgarantie, allerdings beträgt der Zeitraum für diese bei Google beispielsweise lediglich 15 Minuten. In diesem Zeitraum können die Kosten für die App im Online Store selbst zurückerstattet werden, später muss der Anbieter per Mail kontaktiert werden.

Bei Apple besteht ein 24-stündiges Rückgaberecht und grundsätzlich muss eine Mail geschrieben werden, um vom Rückgaberecht Gebrauch machen zu können.

Bitkom findet Maßnahme übertrieben

Der Geschäftsführer des Bundesverbandes für Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien, kurz Bitkom, Bernhard Rohleder, findet diese Idee realitätsfern.

Laut Rohleder sind Apps besonders nutzerfreundlich, da in vielen Fällen bereits Testversionen oder Lightversionen existieren, die es dem Nutzer ermöglichen, die App vor Kauf auf dem Smartphone auszuprobieren. Weiterhin gibt es, laut Rohleder, ein gutes Bewertungssystem mit Screenshots und Rezensionen von Käufern, die die App nach Kauf bewertet haben. So würde es laut Rohleder zu einer Überregulierung kommen, unter der Startups und junge App-Entwickler leiden würden.

Bisher ist das Rückgaberecht eine freiwillige Leistung des Händlers

Bisher gilt zwar ein 14-tägiges Rückgaberecht, davon sind aber viele Produkte ausgeschlossen, zum Beispiel Musik und Datenträger. Das Apple Store LondonRückgaberecht, dass Apple und Google einräumen, ist eine freiwillige Leistung.

Begründung für die Nicht-Rückgabe ist, dass der Kunde die heruntergeladene Datei vor der Rückgabe schnell kopieren könnte. Trotzdem ist das Rückgaberecht für Apps eine gute Idee, denn so sehr sich der App Store und Google Play mit „Kontrolle“ rühmen, ist die Realität doch eine andere. Nicht funktionierende Apps werden von den Kunden, nicht von den App Stores selbst geortet. Ein allgemeines Rückgaberecht würde schwarze Schafe vielleicht vom Einstellen von nicht funktionstüchtigen Apps abhalten.

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